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Koronare Herzkrankheit
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Damit wären wir bei der wichtigsten Komplikation einer koronaren Herzkrankheit, dem Herzinfarkt (s. Abb.). Ist eine Herzkranzader völlig verschlossen, stirbt der dahinter gelegene Bereich des Herzmuskels ab. Dies macht sich typischerweise durch sehr starke Herzbeschwerden hinter dem Brustbein bemerkbar, verbunden mit Anzeichen eines Kreislaufzusammenbruchs, also Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Ohnmacht. Aber wie bereits erwähnt, kann der Herzinfarkt auch völlig uncharakteristisch verlaufen, sogar als "stummer Herzinfarkt". Wird der Herzinfarkt überlebt, kann der abgestorbene Herzmuskelanteil nicht wieder neu gebildet werden, es entsteht eine Narbe am Herzen. Nach wie vor ist - trotz aller modernen Behandlungsmöglichkeiten - ein Herzinfarkt eine sehr ernste Angelegenheit.

Wenn der Herzmuskel zum großen Teil zerstört wird, also ein sehr schwerer Herzinfarkt vorliegt, kann es zu einem völligen Herzversagen und zum Herztod kommen. Eine weitere wichtige Todesursache sind Herzrhythmusstörungen. Durch einen Herzinfarkt kann die Herzkammer ins Flimmern (Herzkammerflimmern) (s. Abb.) geraten, sie pumpt dann nicht mehr, das Herz steht still. Wenn jetzt sofort durch eine Herzmassage das Pumpen des Herzens von außen nachgeahmt und gleichzeitig der Kreislauf durch Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung mit Sauerstoff versorgt wird, kann dieser Zustand überbrückt werden, bis fachmännische Hilfe einsetzt und das Herz entflimmert wird. Dies wird vom Arzt mit einem Entflimmerungsgerät, einem so genannten Defibrillator, durchgeführt. Meist ergeht bis zur Ankunft des Arztes einige Zeit. Da bei einem Herzstillstand bereits nach fünf Minuten wichtige Teile des Gehirns abzusterben beginnen, muss bis dahin auch vom medizinischen Laien die Zeit mit Herzmassage und Beatmung überbrückt und gewissermaßen die Herz-Kreislauffunktion von außen ersetzt werden.

Jeder vom Herzinfarkt Bedrohte und vor allem seine Angehörigen sollten sich daher mit den wichtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen (s. Abb.) vertraut machen.

Damit haben wir auf die Größe des Herzinfarktes hingewiesen, also auf die Menge zerstörter Herzmuskulatur. Ein Herzinfarkt, bei dem nur wenig Muskulatur zugrunde gegangen ist, bedeutet angesichts der großen Reserven des Herzens keine wesentliche Leistungseinschränkung. Ist allerdings etwa die Hälfte des Herzmuskels zerstört, so ist das Herz an der Grenze dieser Reserven angelangt. Es macht auch einen großen Unterschied, ob nur eine Herzkranzarterie "verstopft" ist oder zwei oder gar alle drei großen Schlagadern. Wie dies bei Ihnen aussieht, sollten Sie wissen bzw. Ihren Arzt danach fragen. Verschließen Sie davor nicht die Augen. Ihre Lebenserwartung und Ihre Lebensqualität hängen davon ab, wie Sie mit Ihrer Erkrankung umgehen. Besprechen Sie also mit Ihrem Arzt die Schwere Ihrer Erkrankung. Bei leichteren Formen der Herzkrankheit können Sie fast uneingeschränkt weiterleben, wenn Sie die Risiken vermeiden, die zu der Erkrankung geführt haben. Bei schweren Formen wäre es gefährlich, dieses Wissen zu verdrängen und das Herz unangemessen zu belasten.

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