|
Blutkreislauf
Der Blutkreislauf, was ist das überhaupt?
Die koronare Herzkrankheit bzw. die Durchblutungsstörung des Herzens ist eine Erkrankung des Blutkreislaufs. Um sie zu verstehen, ist es erforderlich, sich mit dem Blutkreislauf auseinander zu setzen, und Sie werden sehen, dass dies wirklich eine lohnende Beschäftigung ist. Hätten Sie gewusst, dass unser Herz jeden Tag 100.000 mal schlägt, dabei 10.000 Liter Blut pumpt und dies tagaus, tagein, über all unsere Lebensjahre hinweg, und das alles ohne jede Wartung? Welcher technische Motor könnte eine solche Leistung für sich in Anspruch nehmen?
Unser Kreislauf bildet ein geniales Transportsystem, das die einzelnen Organe untereinander verbindet. Im Prinzip kann man sich den Kreislauf wie eine Acht vorstellen (s. Abb.). Im Zentrum liegt das Herz, dessen rechte Herzkammer das aus dem Körper zurückfließende, so genannte verbrauchte, also sauerstoffarme Blut in die Lunge pumpt.
Dort nimmt es Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft auf und kehrt sauerstoffreich zum linken Teil des Herzens zurück. Das sauerstoffreiche und damit hellrote Blut wird über die Hauptschlagader (Aorta) in den Körperkreislauf gepumpt, verteilt sich dort in die verschiedenen Organe und kommt wiederum zum rechten Herzvorhof zurück. Wir können drei wichtige Bestandteile des Kreislaufs unterscheiden, zum einen die Pumpe (das Herz), zum anderen die Transportwege (die Blutgefäße) und zum Schluss das Transportmittel selbst (das Blut).
Das Blut ist, wie ebenfalls schon Goethe gesagt hat, ein besonderer Saft. Es besteht aus der Blutflüssigkeit (Plasma) sowie den Blutzellen (s. Abb.). Bei den Blutzellen unterscheiden wir die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die den Sauerstoff transportieren, die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die die Abwehrfunktion im Kreislauf übernehmen, und schließlich die Blutplättchen (Thrombozyten).
Die Thrombozyten sind aus der Sicht der koronaren Herzkrankheit besonders wichtig. Sie spielen bei der Blutgerinnung eine wesentliche Rolle. Bei der "Gefäßverkalkung", der Arteriosklerose (Informationen zur Arteriosklerose in den Beinen finden Sie hier), kommt es neben einer Einengung der Blutgefäße (s. Abb.) auch zu einer Aufrauung der Gefäßwand. An dieser aufgerauten Wand können sich die Blutplättchen zusammenballen und dann zerfallen. Sie leiten so eine Blutgerinnung ein. Ein Blutgerinnsel ist ein verklumptes Netz von Gerinnungseiweißen mit Blutplättchen. Trifft ein solches Blutgerinnsel auf eine bereits vorher eingeengte Herzkranzschlagader, so setzt sich diese zu, und es kommt zu einem Herzinfarkt. Bei den Blutgefäßen unterscheidet man zwischen den Schlagadern Arterien), die das Blut vom Herzen abtransportieren, den Blutadern (Venen), die das Blut zum Herzen zurückführen, und den feinen Gefäßvernetzungen zwischen diesen beiden Gefäßarten, den Haargefäßen (Kapillaren).
|


 |