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Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Als weiteres Medikament steht das Marcumar zur Verfügung, bei dem wegen der Blutungsgefahr jedoch ständig die Blutgerinnung kontrolliert werden muss. Der so genannte "Quickwert" sollte im Allgemeinen auf 15-25 % eingestellt sein, d. h. die Gerinnungsfähigkeit des Blutes sollte auf 15-25% vermindert werden.
Medikamente mit Einfluss auf die Durchblutung der Herzkranzschlagadern
Hier stehen drei unterschiedliche Medikamentengruppen zur Verfügung:
1. Nitrate:
Der ursprüngliche Sprengstoff Nitroglyzerin ist der bekannteste Vertreter der Nitrate. Angeblich soll die Wirkung der Nitrate dadurch entdeckt worden sein, dass in Nitrat verarbeitenden Fabriken die Arbeiter mit koronarer Herzkrankheit nicht gerne in Urlaub gingen, da sie durch das Fehlen der gewohnten Nitratdämpfe Herzschmerzen bekamen. Nitrate stellen die Blutgefäße weit, sowohl die Schlagadern wie auch die Venen. Dadurch wird das Herz entlastet, weil es weniger Blut pumpen und einen geringeren Blutdruck aufbringen muss. Ursprünglich waren Nitrate nur als Notfallmedikamente verfügbar. Auch heute noch erhält der Patient häufig ein Nitrospray vom Arzt mit dem Hinweis, er solle sich damit beim Auftreten von Beschwerden in den Mund sprühen, da diese Substanzen dann direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Inzwischen stehen auch sehr gute Langzeitnitrate zur Verfügung, die meist als Basisbehandlung des Herzpatienten eingesetzt werden. Nitrate haben den Nachteil, dass sie durch die Gefäßerweiterung Kopfschmerzen auslösen können. Dies sind jedoch nur Anfangserscheinungen, meist gewöhnt sich der Patient sehr rasch daran, und die Beschwerden verschwinden.
2. Kalziumantagonisten:
Hierbei handelt es sich um Medikamente, die verhindern, dass Kalzium in die Muskelzellen der Gefäßwand eindringt. Kalzium befähigt die Blutgefäße, sich zusammenzuziehen, was durch das Medikament verhindert wird. Die Kalziumantagonisten erreichen vor allem die Schlagadern und senken den Blutdruck. Dadurch wird das Herz entlastet und teilweise auch eine Weitstellung der Herzkranzarterien erreicht.
3. Betarezeptorenblocker (= Betablocker)
Diese vom Patienten auch kurz als "Blocker" benannten Medikamente schieben sich gewissermaßen zwischen die Herznerven und das Herz. Versucht der Sympathikus, das Herz zu aktivieren, springt es darauf weniger stark an. Unnötige Steigerungen der Pulsschlagzahl werden verhindert und damit auch ein erhöhter Sauerstoffbedarf. Das hat allerdings den Nachteil, dass das Herz auch dann weniger anspringt, wenn es beispielsweise unter körperlicher Belastung notwendig wäre. Die Pulsschlagzahl unter körperlicher Belastung ist herabgesetzt. Dies ist wichtig zu wissen für diejenigen Patienten, die unter Betablockern Sport betreiben wollen, etwa in einer Herzgruppe. Eine niedrigere Pulszahl ist nicht unbedingt ein Nachteil, sie kann es allerdings werden, wenn dadurch die Leistungsfähigkeit verschlechtert wird. Dies bezieht sich nicht zuletzt auch auf die sexuelle Leistungsfähigkeit. Viele Patienten sprechen nicht gerne über solche Themen. Die Betablocker sind heute ein sehr wichtiges Behandlungsprinzip der koronaren Herzkrankheit. Sie verhindern insbesondere schwere Herzrhythmusstörungen und vermindern die Häufigkeit von plötzlichen Herztodesfällen. Wenn Sie allerdings Betablocker erhalten und Nebenwirkungen im Sinne einer Leistungsverschlechterung in verschiedenen Bereichen bemerken, sollten Sie mit Ihrem Arzt hierüber sprechen.
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